Vorsorgeuntersuchungen


Rechtliches

Die Arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge­ver­ord­nung (Arb­MedVV) wur­de 2014 grund­le­gend novel­liert.  Das Selbst­be­stim­mungs­recht des Mit­ar­bei­ters wur­de noch­mal gestärkt. Ange­bots­un­ter­su­chun­gen müs­sen vom Arbeit­ge­ber ange­bo­ten wer­den (AMR 5.1). Der Mit­ar­bei­ter ent­schei­det dann über die Teil­nah­me. Bei Pflicht­vor­sor­gen müs­sen sich die Mit­ar­bei­ter bera­ten las­sen, jeg­li­che Unter­su­chung kön­nen Sie aber ableh­nen. Eig­nungs­un­ter­su­chun­gen kön­nen die Mit­ar­bei­ter eben­falls ableh­nen. Bei allen Vor­sor­ge- und Eig­nungs­un­ter­su­chun­gen erhält der Arbeit­ge­ber eine Mit­tei­lung über “teil­ge­nom­men / nicht teil­ge­nom­men” und der Arbeit­neh­mer das Unter­su­chungs­er­geb­nis. Bei Tätig­kei­ten mit einer vor­ge­schrie­be­nen Eig­nungs­un­ter­su­chung hat sich der Arbeit­ge­ber von der Eig­nung zu über­zeu­gen, d.h. der Mit­ar­bei­ter muss dem Arbeit­ge­ber sei­ne Eig­nungs­be­schei­ni­gung vor­le­gen, sonst darf der Arbeit­ge­ber ihn nicht ein­set­zen bzw. wenn er es doch macht trägt er das allei­ni­ge Risi­ko im Scha­dens­fall. Die fol­gen­de Über­sicht zeigt das Pro­ce­de­re bei den gän­gi­gen Vor­sor­ge- bzw. Eig­nungs­un­ter­su­chun­gen.

Untersuchungsrahmen

Der Umfang einer arbeits­me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge­un­ter­su­chung für jeden G-Grund­satz ist in “DGUV Grund­sät­ze für arbeits­me­di­zi­ni­sche Unter­su­chun­gen” 6. Auf­la­ge vom Okto­ber 2014   (DGUV2014) hin­ter­legt. Neben einer aus­führ­li­chen Ana­mne­se (BAPRO) fin­det eine kör­per­li­che Unter­su­chung und wei­te­re tech­ni­sche bzw. Labor­un­ter­su­chun­gen statt. Dabei gibt es noch wei­te­re Doku­men­ta­ti­ons­vor­la­gen bei G1.1, G20 (1, 2), G37 und G 46 (1, 2, 3, M1, M2) sowie ein Labor­blatt. Wenn alle Ergeb­nis­se vor­lie­gen wird der Vor­gang abge­schlos­sen und die Beschei­ni­gun­gen wer­den aus­ge­stellt. Dar­auf fin­det man dann auch die Nach­un­ter­su­chungs­ter­mi­ne, die von der DGUV2014 emp­foh­len, aber letzt­end­lich vom Betriebs­arzt fest­ge­legt wer­den.

Bescheinigungen

Bei den Beschei­ni­gun­gen unter­schei­den wir Beschei­ni­gun­gen für Vor­sor­ge und Eig­nung mit jeweils drei Aus­fer­ti­gun­gen (Arbeit­neh­mer, Arbeit­ge­ber, Betriebs­arzt), wobei der Arbeit­ge­ber nur die Mit­tei­lung “teil­ge­nom­men / nicht teil­ge­nom­men” bekommt, wäh­rend auf den bei­den ande­ren das Ergeb­nis fest­ge­hal­ten wird. Hier ist es wie­der­um wich­tig, dass sich der Arbeit­ge­ber bei der Eig­nungs­un­ter­su­chung vom Ergeb­nis infor­mie­ren lässt, da er sonst den Mit­ar­bei­ter nicht ein­set­zen kann. Der Betriebs­arzt hat gegen­über dem Mit­ar­bei­ter eine Schwei­ge­pflicht und wür­de bei Wei­ter­ga­be gegen den Daten­schutz und die Schwei­ge­pflicht ver­sto­ßen. Ich gebe die Arbeit­ge­ber­be­schei­ni­gung mit dem Ergeb­nis dem Mit­ar­bei­ter mit, der die­se dann an den Arbeit­ge­ber wei­ter­reicht. Somit erspa­re ich mir die Ent­bin­dungs­er­klä­rung von der Schwei­ge­pflicht und damit zusätz­li­ches Papier. Zum Schluss wird das Ergeb­nis und die Nach­un­ter­su­chungs­frist in die Vor­sor­ge­kar­tei ein­ge­tra­gen. Die ist eigent­lich von der per­so­nal­ver­wal­ten­den Stel­le oder der Füh­rungs­kraft zu erstel­len, wird aber in vie­len Fäl­len von den wer­k­ärzt­li­chen Mit­ar­bei­tern geführt, was oft der bes­se­re Weg ist. Mit einer ent­spre­chen­den EDV ist das dann ganz ein­fach zu lösen.

0