Gesundheitsmanagement

Wir sind, was wir immer wie­der tun. Das Beson­de­re dar­an ist nicht die Hand­lung, son­dern die Gewohn­heit”


Rechtliches

Im Sozi­al­ge­setz­buch V (§ 20) und Sozi­al­ge­setz­buch VII (§ 1, § 14) wer­den Kran­ken­kas­sen und Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger zur Gesund­heits­för­de­rung ver­pflich­tet. Wei­ter­hin müs­sen die Arbeit­ge­ber nach der DGUV 2 Betreu­ungs­zei­ten (betriebs­spe­zi­fi­sche Betreu­ung) von Arbeits­me­di­zi­nern und Fach­kräf­ten für Arbeits­si­cher­heit zu die­sem The­ma vor­hal­ten.

Struktur des Gesundheitsmanagements

Anhand der Umset­zung des Gesund­heits­ma­nage­ments in unse­rem Unter­neh­men möch­te ich ein in mei­nen Augen bei­spiel­haf­tes Vor­ge­hen auf­zei­gen.

 

Wich­tig ist es, ein Netz­werk mit den Play­ern im Gesund­heits­ma­nage­ment zu bil­den. Dazu gehö­ren bei uns: Arbeits­me­di­zin, Sozi­al­be­ra­tung, Gesund­heits­för­de­rung und ein Team mit vier Mit­ar­bei­tern zum Imple­men­tie­ren einer “gesun­den Füh­rung”.

 

Praktische Umsetzung

Seit nun­mehr fünf Jah­re haben wir die Struk­tur des oben auf­ge­zeig­ten Netz­wer­kes. Zur Gesund­heits­för­de­rung gehört ein Kurs­sy­tem mit unter­schied­li­chen Kur­sen, die in einem Wochen­plan ange­bo­ten und von qua­li­fi­zier­ten Trai­nern betreut wer­den. Zur Pla­nung und Orga­ni­sa­ti­on haben wir einen Bewe­gungs­wis­sen­schaft­ler beschäf­tigt. Für die Durch­füh­rung haben wir einen Übungs­raum mit Dusch­mög­lich­kei­ten ein­ge­rich­tet. Zur Ver­wal­tung unse­res Kurs­sys­tems habe ich ein Micro­soft Access Pro­gramm erstellt.

Neben dem Trai­ning in unse­rem Übungs­raum bie­ten wir auch ein Aktiv­trai­ning an den Arbeits­plät­zen an.

Kommunikation und Arbeitskreise

Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge las­sen sich am bes­ten mit dem Schau­bild in der Gale­rie erklä­ren.

Die Ernäh­rungs­be­ra­tung füh­ren wir nicht in einem 10-Stun­den-Kurs durch, son­dern haben uns für eine indi­vi­du­el­le Bera­tung ent­schie­den. Wir ori­en­tie­ren uns dabei an der Logi-Metho­de, dem Ernäh­rungs­prin­zip des Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lers Nico­lai Worm. Das Schau­bild in der Gale­rie erläu­tert unser Kon­zept.

Ein wei­te­res The­ma ist “Sucht am Arbeits­platz”. Wir haben schon seit 1994 eine Betriebs­ver­ein­ba­rung zu die­sem The­ma, die wir im letz­ten Jahr erwei­tert haben. Die Betriebs­ver­ein­ba­rung legt zum einen den Umgang mit den Sucht­kran­ken (Ver­ein­ba­run­gen, Eska­la­ti­ons­stu­fen, Gesprächs­füh­rung, Ver­ant­wort­li­che) fest, zum ande­ren haben wir nun eine ver­pflich­ten­de Vor­ge­setz­ten­schu­lung ein­ge­führt. “Co-alko­ho­li­sches Ver­hal­ten”, Weg­schau­en und Ver­ant­wor­tung auf ande­re dele­gie­ren waren die übli­chen Ver­hal­tens­wei­sen. Eine Basis­schu­lung und ein Refres­her alle 3 Jah­re über jeweis 4 Stun­den bil­den die Pflicht­ver­an­stal­tung. Zusätz­lich kann jede Füh­rungs­kraft eine “Advan­ced-Schu­lung” über eben­falls 4 Stun­den buchen, wo von den Refe­ren­ten das The­ma tie­fer beleuch­tet wird. Das Schau­bild in der Gale­rie zeigt die Vor­ge­hens­wei­se nach der Betriebs­ver­ein­ba­rung.

 

Ohne Führung kein Erfolg

Über die Jah­re haben wir fest­ge­stellt, dass bei unse­ren gan­zen Bemü­hun­gen es von ent­schei­den­der Bedeu­tung ist, wie die Füh­rungs­kräf­te ein­ge­bun­den sind und auch ihre Auf­ga­be wahr­neh­men. Um hier noch bes­ser zu wer­den haben wir einen Bereich mit fünf Mit­ar­bei­te­rin­nen, die sich aus­schliess­lich dem The­ma “gesun­de Füh­rung” wid­men.

Wich­tig dabei ist, dass sich die Füh­rungs­kräf­te um die Gesund­heit ihrer Mit­ar­bei­ter küm­mern und somit auch über den Gesund­heits­zu­stand Bescheid wis­sen. In einem Work­shop ver­su­chen wir, mit den Füh­rungs­kräf­ten eine Ana­ly­se­mög­lich­keit durch­zu­spre­chen, die sie zunächst unter Mit­hil­fe und spä­ter allein durch­füh­ren. Resul­tat die­ser Ana­ly­se ist dann ein ent­spre­chen­des Rou­ting in unse­ren HSC-Kreis, d.h. den rich­ti­gen Hel­fer für das eru­ier­te Pro­blem anzu­spre­chen, der dann mit der Füh­rungs­kraft zusam­men Maß­nah­men (Trai­ning, Arbeits­platz­an­pas­sung oder -wech­sel, exter­ne Ansprech­part­ner des Sozi­al­sys­tems, etc.) erar­bei­tet und für die Durch­füh­rung sorgt.

Psychische Belastung

Der Bun­des­tag hat im Som­mer 2016 auf die zuneh­men­de psy­chi­sche Belas­tung im Arbeits­le­ben reagiert und im Arbeits­schutz­ge­setz der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psy­chi­sche Belas­tung einen deut­lich höhe­ren Stel­len­wert ver­schafft.

Im Stress­mo­dell von Laze­rus wird anschau­lich die Ent­wick­lung von Stress gezeigt.  Da jeder Mensch eine Belas­tung unter­schied­lich wahr­nimmt spricht man nicht von Belas­tung (neu­tral), son­dern von Bean­spru­chung (indi­vi­du­ell). Mit der Schaf­fung von Res­sour­cen kann ich die Bean­spru­chung durch eine Belas­tung sen­ken.

Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung der psy­chi­schen Belas­tun­gen kann nun in unter­schied­li­chen For­men durch­ge­führt wer­den. Emp­feh­lens­wert ist zunächst eine Grobana­ly­se mit­tels einer Befra­gung wie zum Bei­spiel beim Impuls­ver­fah­ren. Wenn man in die­sem Ver­fah­ren Pro­blem­zo­nen her­aus­fin­det kann das in der Fein­ana­ly­se mit­tels einem Work­shop (z.B. nach ASITA) wei­ter ver­tieft wer­den.

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu dem The­ma fin­den Sie hier.

Die Gemein­sa­me Deut­sche Arbeits­schutz­stra­te­gie (GDA) beschreibt ein Pro­gramm zur Prä­ven­ti­on von Erkran­kun­gen an dem Arbeits­platz. Auf der Inter­net­sei­te fin­det man vie­le gute Tipps sowie ein Ani­ma­ti­ons­film.

 

 

 

 

 

 

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