Insulin


Insulin

Insu­lin wird in den Lang­hans­schen Insel­zel­len (β) des Pan­kre­as gebil­det und ist Teil der Regu­la­ti­on des Blut­zu­cker­spie­gels.

Bei hohem Blut­zu­cker­spie­gel wird Insu­lin frei­ge­setzt, besetzt die Insu­lin­re­zep­to­ren an der Zell­wand und ermög­lich mit Hil­fe des GLUT 4 die Auf­nah­me von Zucker in die unter­schied­li­chen Zel­len. Wird Ener­gie gebraucht, dann wird in den ent­spre­chen­den Zel­len (z.B. Mus­kel­zel­le) in der Gly­ko­ly­se Glu­ko­se zu Pyru­vat abge­baut, wor­aus wie­der­um im Zitrat­zy­klus ATP als Ener­gie­trä­ger ent­steht. Wird zum Zeit­punkt kei­ne Ener­gie gebraucht wird Glu­ko­se in den ent­spre­chen­den Zel­len (z.B. Leber­zel­le) zu Gly­ko­gen als Spei­cher­va­ri­an­te von Glu­ko­se auf­ge­baut. Bei Bedarf sind die­se Spei­cher durch Glu­ca­gon­aus­schüt­tung schnell zu mobi­li­sie­ren. Sind auch die Gly­ko­gen­spei­cher voll, dann för­dert Insu­lin den Fettaufbau in den ent­spre­chen­den Zel­len (z.B. Fett­zel­le). Die­se Spei­cher sind nahe­zu unbe­grenzt. Wei­ter­hin braucht der Kör­per für den Fett­auf­bau unge­fähr die drei­fa­che Men­ge an Insu­lin. Wenn man nun hier wei­ter­denkt hat man die ers­ten Ansatz­punk­te für Adi­po­si­tas und Dia­be­tes mel­li­tus II.

Der Gegen­spie­ler zum Insu­lin ist das Glu­ka­gon, was eben­falls in den Insel­zel­len (α) des Pan­kre­as gebil­det wird. Die Abbil­dung zeigt den gro­ben Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­mus. Für Inter­es­sier­te etwas genau­er wird es in den Schau­bil­dern aus “dem Sil­ber­nagl” gezeigt.

Sättigung

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt für die Ernäh­rung ist das Ein­tre­ten des Sät­ti­gungs­ge­fühl. Zwei Din­ge sind bekannt:

  • Ghre­lin ist ein Hor­mon, was in der Magen­schleim­haut gebil­det wird und den Appe­tit anregt. Die Magen­deh­nung und der Über­gang des Spei­se­breis in den Dünn­darm hem­men nun die Ghre­lin-Aus­schüt­tung und füh­ren somit zur Sät­ti­gung.
  • Eiweiß­zu­fuhr führt zu ver­län­ger­ter Satt­heit, d.h. die Pas­sa­ge­zeit bei einer eiweiß­hal­ti­gen Mahl­zeit ist ver­län­gert und hält somit län­ger satt.

Ernährungsformen

Aus den oben genann­ten Schil­de­run­gen kön­nen wir nun für eine rich­ti­ge Ernäh­rung fol­gen­de Aspek­te ent­neh­men:.

  • kalo­ri­en­an­ge­passt: Wenn ich nicht mehr esse als ich ver­brau­che wird nichts gespei­chert. Wo nichts ist kann nichts her­kom­men. Dabei muss man aber drin­gend dar­auf ach­ten, dass der Eiweiß­be­darf durch “weni­ger essen” trotz­dem gedeckt wird. Des­halb ist auch “FDH — Friss die Hälf­te” nicht das rich­ti­ge Mot­to.
  • koh­len­hy­drat­arm bei wenig kör­per­li­cher Belas­tung:  Insu­lin för­dert den Spei­cher­auf­bau von Glu­ko­se in Gly­ko­gen und wei­ter in Fett, was dann zu Fett­sucht und Insu­lin­re­sis­tenz füh­ren kann.
  • volu­men­reich: Durch die Magen­deh­nung wird das Appe­tithor­mon Ghre­lin gebremst und führt zur Sät­ti­gung. Des­halb dür­fen Was­ser und Bal­last­stof­fe bei der Mahl­zeit nicht feh­len.
  • Geschmack: Das Essen muss schme­cken, da Genuss ein ganz wich­ti­ger phy­sio­lo­gi­scher Fak­tor zum Wohl­füh­len ist.

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