Suchterkrankungen am Arbeitsplatz

Was gibt es auf dem Markt?

Warum nehmen die Menschen Drogen ?

  • um “wie die ande­ren zu sein”
  • um Pro­ble­me zu ver­ges­sen oder sich zu ent­span­nen
  • um der Lan­ge­wei­le zu ent­kom­men
  • um sich erwach­se­ner zu füh­len
  • um zu expe­ri­men­tie­ren, auch aus Neu­gier­de
  • bei Angst vor dem Allein­sein
  • aus Pro­test
  • aus Unsi­cher­heit, feh­len­de Kon­flikt­fä­hig­keit
  • bei Bezie­hungs­stö­run­gen
  • bei per­sön­li­chen Schick­sa­len
  • zur Flucht vor All­tags­pro­ble­men
  • bei Über­for­de­run­gen
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Die DAK hat eine Stu­die zum “Doping am Arbeits­platz” durch­ge­führt und kommt zu fol­gen­den Ergeb­nis­sen:

Häu­fig­keit der Arbeits­un­fä­hig­keits­ur­sa­chen

Psy­chi­sche Erkran­kun­gen lie­gen mit 16,6 % an 2. Stel­le der Dia­gno­sen bei Arbeits­un­fä­hig­keit

Hirn­do­ping
Mit­tel und Wir­kung beim Hirn­do­ping
Bezugs­quel­len
Alters­ver­tei­lung
Grün­de
Ver­tei­ler
beson­de­re Anläs­se

Alle die­se Unter­su­chun­gen und Wahr­neh­mun­gen geben Anlass zur Sor­ge und hat die Unter­neh­men ver­an­lasst, die­sem Part der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung einen beson­de­ren Stel­len­wert zukom­men zu las­sen. Zunächst soll aber erst ein­mal der Begriff des Sucht­ge­dächt­nis­ses näher erläu­tert wer­den.

Wie entsteht das Suchtgedächtnis?

Sucht­ge­dächt­nis
  • nicht jeder, der regel­mä­ßig Alko­hol kon­su­miert, wird abhän­gig und prägt ein Sucht­ge­dächt­nis aus
  • Vor­aus­set­zung ist der Anlass:
    • nega­ti­ve Emo­tio­nen (Ängs­te, Stress) ver­mei­den
    • posi­ti­ve Effek­te (Ent­span­nung, Eupho­rie) erzeu­gen
  • Das Gehirn “merkt” sich auf neu­ro­phy­sio­lo­gi­scher Ebe­ne die Resul­ta­te äußerst schnell und erzeugt so einen inten­si­ven Anreiz zur Wie­der­ho­lung
Beloh­nungs­sys­tem

Dopa­min ist ein Boten­stoff, mit dem die Ner­ven­zel­len unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Auf­ga­be des Dopa­mins ist es, unse­re Auf­merk­sam­keit auf die Rei­ze zu len­ken, deren Befrie­di­gung zu Wohl­be­fin­den führt. Es mar­kiert also die ent­spre­chen­den Rei­ze als beson­ders “wich­tig”.

  • Sucht beginnt mit Ver­lan­gen (Cra­ving)
  • Sucht basiert auf einer Fehl­steue­rung des Beloh­nungs­sys­tems
    • etwa 200 x mehr Dopa­min wird aus­ge­schüt­tet
    • Ner­ven­zel­len weh­ren sich gegen die­se Dopa­min­flut und redu­zie­ren die Anzahl der Rezep­to­ren
    • Signal wird schwä­cher und die Emp­fin­dung ist ein Beloh­nungs­de­fi­zit, weil sich das Gehirn an stär­ke­re Signa­le gewöhnt hat
    • es ent­steht Ver­lan­gen
Dopa­min dockt an spe­zi­el­le Rezep­to­ren an

Alko­hol blo­ckiert Glut­amat­re­zep­to­ren
  • „Ver­lan­gen wird zur Sucht:
    • Glut­amat ist ein wich­ti­ger erre­gen­der Neu­ro­trans­mit­ter im zen­tra­len Ner­ven­sys­tem
    • Alko­hol dämpft kurz­fris­tig die­se Wir­kung durch Blo­cka­de der Rezep­to­ren (=NMDA-Rezep­to­ren)
    • Signal­ab­schwä­chung
    • Glut­amat wird ver­mehrt aus­ge­schüt­tet, um altes Gleich­ge­wicht wie­der­her­zu­stel­len
    • bei Weg­fall des Alko­hols ent­steht dann eine Über­erre­gung, da die Blo­cka­de weg­fällt
    • ver­stärk­te Signal­wir­kung führt zur Über­erre­gung (Unru­he, Gereizt­heit, Aggres­si­vi­tät)
    • erneu­te Alko­hol­kon­sum redu­ziert die Erre­gung
    • so ent­steht die Spi­ra­le zur Such­ter­kran­kung
Bil­der akti­vie­ren das Sucht­ge­dächt­nis

PET (Posi­tro­nen­emis­si­ons­to­mo­gra­phie)

Die Gna­de des Ver­ges­sens ist dem Sucht­ge­dächt­nis nicht gege­ben !

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Als Teil des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ment gilt die Gesund­heits­för­de­rung, wo als Unter­grup­pe die Sucht­prä­ven­ti­on ein­ge­glie­dert ist.

Zum Ablauf schlie­ßen in der Regel Arbeit­ge­ber- und Arbeits­neh­mer­ver­tre­ter eine Betriebs­ver­ein­ba­rung ab. Die­se dient als Schutz der Mit­ar­bei­ter vor arbeits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen, da das Fehl­ver­hal­ten bei Alko­hol- und Dro­gen­kon­sum Fol­ge einer Erkran­kung ist und somit nicht bestraft wer­den darf. Im Gegen­zug ver­pflich­tet sich der Mit­ar­bei­ter, sich mit aller Kraft einem Ent­zug zu unter­wer­fen und in der Fol­ge­zeit absti­nent zu blei­ben.

GBV: Betrieb­li­che Hilfs­maß­neh­men bei Such­ter­kran­kun­gen

Das fol­gen­de Fluss­dia­gramm zeigt den Ablauf und die Betei­lig­ten im Ent­wöh­nungs­ver­fah­ren

Zum Abschluss ist noch eine Gra­fik auf­ge­führt, die die Orga­ni­sa­ti­on von Prä­ven­ti­on und Reha­bi­li­ta­ti­on bei Such­ter­kran­kun­gen in Betrie­ben dar­stellt. Der Arbeits­kreis Sucht setzt sich aus betrieb­li­chen Sucht­hel­fern, Werk­arzt, Sozi­al­be­ra­tung, Betriebs­rat und Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung zusam­men. Unter­stützt wird er von extern durch einen Ver­tre­ter einer Sucht­be­ra­tungs­stel­le. In die­sem Kreis wer­den betrieb­li­che Ver­an­stal­tun­gen zur Sucht­prä­ven­ti­on geplant und durch­ge­führt und Wei­ter­bil­dun­gen (Besuch von Sucht­kli­ni­ken) orga­ni­siert. Letzt­end­lich ist es auch ein Kreis von Exper­ten, wo Fra­gen zu aktu­el­len Sucht­kran­ken­be­treu­un­gen anonym dis­ku­tiert wer­den.

Prä­ven­ti­on und Reha­bi­li­ta­ti­on bei Such­ter­kran­kun­gen
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