von Dr. med. Klaus Merle 

Covid19 – Impfschutz und Infektion

März 2, 2022 in Reisemedizin


Covid19 beglei­tet uns jetzt schon über 2 Jah­re und vie­les hat die Poli­tik noch nicht ver­stan­den. Als Bei­spiel möch­te ich hier das The­ma “Imp­fung, Boos­ter und trotz­dem posi­tiv” mal näher erläutern.

Nun emp­fiehlt die STIKO eine 4. Imp­fung u. a. mit der Begründung:

Die COVID-19-Imp­fung dient auch dem Ziel, die Trans­mis­si­on von SARS-CoV‑2 in der gesam­ten Bevöl­ke­rung zu redu­zie­ren. Ins­be­son­de­re in Umge­bun­gen mit einem hohen Anteil vul­nerabler Per­so­nen und/oder einem hohem Aus­bruchs­po­ten­zi­al soll durch die Imp­fung die Virus­trans­mis­si­on mini­miert wer­den, um so einen zusätz­li­chen Schutz zu bewirken.”

Wie oben gezeigt wird die Imp­fung in den Mus­cu­lus del­to­ide­us ver­ab­reicht. Hier wird dann nach Pro­duk­ti­on des Anti­gens durch die Zel­le anhand der geimpf­t­gen m‑RNA die Immun­ant­wort aus­ge­löst. Es bil­den sich zunächst IgM-Anti­kör­per, dann IG G‑Antikörper und Gedächt­nis­zel­len. Die Gedächt­nis­zel­len ver­blei­ben in den Lymph­kno­ten und wer­den im Sin­ne einer spe­zi­fi­schen Immun­ant­wort nach enrneu­tem Anti­gen­kon­takt durch das Virus aktiviert.

Stu­di­en zei­gen, dass bei einer Imp­fung eine Immun­ant­wort mit Pro­duk­ti­on von spe­zi­fi­schen IgA-Anti­kör­pern (Sekre­to­ri­sches Immun­glo­bu­lin A) fehlt. sIgA spielt eine ent­schei­den­de Rol­le in der muko­sa­len Immu­ni­tät. Sie kom­men in Schleim­haut­se­kre­ten wie  Spei­chel, Trä­nen­flüs­sig­keit, Intes­ti­nal­se­kret oder Uro­ge­ni­tal­se­kret vor.  Haupt­säch­lich wirkt sIgA, indem es das Anhaf­ten von Patho­ge­nen an die Epi­thel­zel­len ver­hin­dert (Immun­ex­klu­si­on) und dafür sorgt, sie aus dem Lumen zu entfernen.

Daher ist es dem Virus wei­ter­hin mög­lich, auch bei geimpf­ten Per­so­nen in Schleim­häu­te ein­zu­drin­gen und sich solan­ge zu ver­meh­ren, bis die spe­zi­fi­sche Immun­ant­wort des Kör­pers ein­setzt. Und die so gebil­de­te Virus­men­ge kann sicher­lich aus­rei­chen, um ande­re Per­so­nen damit zu infizieren. 


Zusam­men­fas­send kann man sagen, dass die Imp­fung (und das schon nach erfolg­rei­cher Grund­im­mu­ni­sie­rung) vor schwe­ren Erkran­kun­gen, nicht aber vor einer Infek­ti­on schützt. Es macht sicher­lich Sinn, die Grund­im­mu­ni­sie­rung zu boos­tern, aber ob eine 4., 5. oder viel­leicht 6. Imp­fung gescheit ist, ist eher zu bezwei­feln und medi­zi­nisch nicht zu erklä­ren. Sicher­lich wird durch die Imp­fung eine Aus­brei­tung des Virus nicht ver­hin­dert und nach momen­ta­nen Stu­di­en­ergeb­nis­sen eine Her­denim­mu­ni­tät mit Aus­rot­tung des Virus nicht erreicht, solan­ge Geimpf­te auch Wir­te für das Virus sind. Ob durch wei­te­re Boos­te­rung die Immun­ant­wort durch Gedächt­nis­zel­len so schnell statt­fin­det, dass eine Viruspro­duk­ti­on im geimpf­ten Kör­per unter das Anste­ckungs­le­vel fällt, ist eher fraglich.

Über den Autor

Dr. med. Klaus Merle

Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin

Sportmedizin / Reisemedizin / Chirotherapie..