von Dr. med. Klaus Merle 

Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung — Quo vadis?

Februar 10, 2024 in Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz



Überblick

Schon mit Beginn des neu­en Jahr­tau­sends kamen die Dis­kus­sio­nen auf, dass die psy­chi­schen Belas­tun­gen an Arbeits­plät­zen beur­teilt und deren Ein­fluss auf die Gesund­heit bewer­tet wer­den müs­sen. Stra­te­gien zur Mini­mie­rung die­ser Belas­tun­gen sei­en unbe­dingt erfor­der­lich. Über­wie­gend durch die Gewerk­schaf­ten bzw. Betriebs- oder Per­so­nal­rä­te wur­de das The­ma getrie­ben. Mehr als eine Deka­de spä­ter wur­den im Juni 2013 die §§ 5 und 6 des Arbeits­schutz­ge­set­zes ange­passt und die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung unter § 5 Absatz 3 Punkt 6 ver­pflich­tend ein­ge­führt. Somit waren nun die Arbeit­ge­ber am Zug und muss­ten sich Ver­fah­ren zur Umset­zung über­le­gen. Über all­ge­mei­ne Betrach­tun­gen der Arbeits­plät­ze mit Ein­be­zie­hen der Mit­ar­bei­ter bis hin zu Fra­ge­bo­gen­ak­tio­nen und mode­rier­ten Work­shops wur­den die unter­schied­lichs­ten Metho­den angewendet. 

Wenn man nun 10 Jah­re nach der ver­pflich­ten­den Umset­zung der psy­chi­schen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung auf die Krank­heits­zah­len schaut, dann gehen die Erkran­kun­gen nicht wie erhofft zurück, son­dern stei­gen ste­tig an und haben in die­sem Jahr erneut einen Höchst­wert err­reicht. Dabei sind Frau­en deut­lich häu­fi­ger betrof­fen als Män­ner. Im letz­ten Jahr war der Anstieg der Fehl­ta­ge gegen­über dem Vor­jahr bei Män­ner mit 11% höher als bei Frau­en mit 8%, das heisst die Pro­ble­ma­tik wird auch immer mehr zur “Män­ner­sa­che”. In der Grup­pe der 20 — 29 Jäh­ri­gen war der Anstieg am Höchs­ten (Män­ner 29%,  Frau­en 24%). Vor allem kur­ze Krank­schrei­bun­gen mit einer Dau­er von 1 bis 3 Tagen sind ange­stie­gen. Von die­sen Fäl­len gab es 2022 31% mehr als im Vor­jahr. In der all­ge­mei­nen Sta­tis­tik kann man aber auch lesen, dass gene­rell die Krank­heits­fäl­le bei der Alters­grup­pe 20 — 29 Jah­ren unge­fähr das 1,5‑fache über denen der fol­gen­den Grup­pen beträgt und hier auch der Schwer­punkt der AU von 1 — 3 Tagen liegt. Ich den­ke, dass die­se Alters­grup­pe nicht beson­ders gefähr­det ist, son­dern eher das Ver­ständ­nis für ver­ant­wor­tungs­vol­le Arbeit und Frei­zeit­ge­stal­tung noch nicht im rich­ti­gen Ver­hält­nis zuein­an­der steht. Die Dia­gno­se ist nur ein Dum­my, der von den Betrof­fe­nen für das Errei­chen der AU genutzt wird, da es für den Arzt schwie­rig nach­zu­wei­sen ist. Aus die­sen Sta­tis­ti­ken muss man nun zwangs­läu­fig schlie­ßen, dass das gan­ze Bemü­hen um Ver­bes­se­rung abso­lut kei­nen Erfolg hat­te. Aber war­um ist das so. Ich habe das gan­ze The­ma als Lei­ten­der Werk­arzt im Geschäfts­be­reich eines Groß­kon­zerns mit­be­treut und ver­folgt und bin gleich­zei­tig aber auch Betriebs­arzt bei vie­len mit­tel­stän­di­schen Betrie­ben. Mit die­sen Erfah­run­gen möch­te ich ver­su­chen, Grün­de für die man­gel­haf­te Wirk­sam­keit zu fin­den und Ansät­ze für die Zukunft vorzustellen.


Was ist psychische Belastung?

Von außen wirkt auf den Men­schen eine neu­tra­le Belas­tung, die er für sich fil­tert. Dabei unter­schei­det er im ers­ten Schritt zwi­schen “irrele­vant für mich — ange­nehm — gleich­ge­wichts­stö­rend”. Wenn “gleich­ge­wichts­stö­rend” erkannt wird und somit Anpas­sungs­be­darf besteht prüft er im zwei­ten Schritt, ob zur Bewäl­ti­gung sei­ne Res­sour­cen aus­rei­chen oder feh­len. Im ers­ten Fall fühlt er es als posi­ti­ve Her­aus­for­de­rung, im zwei­ten Fall braucht er Hil­fe und Unter­stüt­zung. Bei den Res­sour­cen unter­schei­det man zwi­schen extern (Tätigkeits‑, Hand­lungs- und Ent­schei­dungs­spiel­raum) und intern (Gesund­heit, Per­sön­lich­keit, Qua­li­fi­ka­ti­on, Anla­gen, Erfah­rung). Bei der Bewäl­ti­gung geht man zunächst die Sache selbst an (pro­blem­ori­en­tiert), betrach­tet dann aber auch den Bezug zur Situa­ti­on (emo­ti­ons­ori­en­tiert) und führt die Anpas­sung durch. Nach einer gerau­men Zeit betrach­tet man die Situa­ti­on erneut und schaut, ob sich eine posi­ti­ve Ver­än­de­rung ein­ge­stellt hat — genau­so wie bei jeder ande­ren Art der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung auch.


Warum funktioniert es nicht?

Fehlerquellen

Haupt­schwie­rig­keit bei der Erfas­sung der psy­chi­schen Belas­tung ist die nicht mess­ba­re Grö­ße und die sub­jek­ti­ve Bewer­tung durch den Men­schen selbst. Sowohl in Fra­ge­bo­gen­ak­tio­nen als auch in Work­shops erhält man wenig rea­le Ergeb­nis­se. Wäh­rend die wirk­lich bean­spruch­ten Mit­ar­bei­ter häu­fig aus Stolz oder Pflicht­be­wusst­sein das Pro­blem eher her­un­ter­spie­len wol­len ande­re Mit­ar­bei­ter die Chan­ce nut­zen, dem Arbeit­ge­ber “mal rich­tig einen rein­drü­cken” und neh­men die Anony­mi­tät zum Anlass, um über­trei­bend aus­zu­tei­len. Unter die­sen Umstän­den sind die Ergeb­nis­se wenig hilf­reich, um die wirk­li­chen Pro­blem­fäl­le her­aus­zu­fin­den und dar­aus Hilfs­an­sät­ze zu kre­ieren. Bei mei­nem frü­he­ren Arbeit­ge­ber haben wir 2016 begon­nen, über den gesam­ten Geschäfts­be­reich bis in Ein­hei­ten von min­des­tens 6 Mit­ar­bei­ter mode­rier­te Work­shops aus­zu­schüt­ten. In Ana­ly­se­teams haben wir die Work­shops orga­ni­siert und die Ergeb­nis­se danach betrach­tet. Über­wie­gend wur­den Befind­lich­keits­stö­run­gen unter­schied­lichs­ter Art als psy­chi­sche Belas­tung dekla­riert, was zum größ­ten Teil mit psy­chi­scher Belas­tung per defi­ni­tio­nem nichts zu tun hat­te. Als wir nach 3 Jah­ren eva­lu­ie­ren woll­ten war aus dem gesam­mel­ten Wust von Daten kei­ne geziel­te Eva­lua­ti­on mög­lich, dass heisst das Ergeb­nis­se war null. Für die Umset­zung haben wir einen unte­ren ein­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag aus­ge­ge­ben. Das Geld hät­te man bes­ser anders anle­gen kön­nen. Auch bei der Doku­men­ta­ti­on gibt es Schwie­rig­kei­ten. Wenn ich Sys­tem­feh­ler erken­ne kann ich Mass­nah­men dage­gen in die Wege lei­ten und das auch wie bei einer sons­ti­gen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung doku­men­tie­ren. Wenn ich aber indi­vi­du­el­le Pro­ble­me habe, wo ande­re am Arbeits­platz gut mit klar­kom­men, wie soll ich hier doku­men­tie­ren. Das funk­tio­niert nicht, weil sie per­so­nen­be­zo­gen und nicht arbeits­platz­be­zo­gen sind.


Umsetzung von Maßnahmen

Wäh­rend ein­fa­che Maß­nah­men ohne grö­ße­ren Kos­ten rela­tiv zügig umge­setzt wer­den wird bei Per­so­nal­ver­än­de­run­gen und Coa­ching­maß­nah­men — Din­ge, wo man Geld in die Hand neh­men muss — häu­fig gezö­gert. Hier spre­chen wir von den Key­po­ints. Wenn man schon mal Trig­ger­punk­te eru­iert und dann nicht kon­se­quent wei­ter ver­fah­ren wird, kann man kei­ne Bes­se­rung erwar­ten. Und gera­de in die­sen Fäl­len war es nicht ein indi­vi­du­el­les, son­dern ein Sys­tem­pro­blem, was dann eine gan­ze Grup­pe von Mit­ar­bei­tern betrifft. 


Kommunikation und Führung

In den Leit­bil­dern von gro­ßen Kon­zer­nen wie Bosch fin­det man immer wie­der Schlüs­sel­wör­ter wie Offen­heit und Ver­trau­en, Fair­ness, Zuver­läs­sig­keit, Glaub­wür­dig­keit, Lega­li­tät. Ich glau­be schon, dass die­se Din­ge von den Kon­zer­nen abso­lut ernst gemeint sind, bei der Umset­zung aber an der Indi­vi­dua­li­tät der Füh­rungs­kräf­te mit ihren per­sön­li­chen Inter­es­sen — aber auch Nöten — schei­tern. TOP to DOWN — Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Regel, DOWN to TOP über Ebe­nen hin­weg nicht gewünscht bzw. mit Sank­tio­nen für die Betrof­fe­nen bedroht. Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen durch die Kon­zern­spit­ze sind ein Mit­tel, um die­se Gren­zen zu über­win­den und wer­den auch regel­mä­ßig durch­ge­führt. Den­noch pas­siert wenig. Ich habe mal drei Ergeb­nis­über­sich­ten von Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen für mei­nen Betreu­ungs­be­reich als Werk­arzt über­ein­an­der­ge­legt und sie waren nahe­zu deckungsgleich.

In mei­nen Augen sind man­gel­haf­te Kom­mu­ni­ka­ti­on und Füh­rung die wesent­li­chen Fak­to­ren für die Ent­ste­hung von psy­chi­schen Belas­tun­gen. Füh­rungs­kräf­te wer­den über­wie­gend nach Fach­kom­pe­tenz und weni­ger nach Sozi­al­kom­pe­tenz aus­ge­wählt. Zwei Kern­aus­sa­gen bewahr­hei­ten sich immer wieder:

Wer füh­ren will muss Men­schen mögen”.

Wer füh­ren will muss die­nen können”.

Kom­mu­ni­ka­ti­on wird aus Zeit­grün­den häu­fig ver­nach­läs­sigt. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit ist aber auch ein wesent­li­ches Merk­mal einer Füh­rungs­kraft, was bei vie­len Füh­rungs­kräf­ten nicht vor­han­den ist. Somit sind die Pro­ble­me vor­pro­gram­miert. In einem wei­te­ren Blog wer­de ich dem­nächst über Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­läu­fe bei ver­schie­de­nen Anläs­sen berichten.


Was sollte sich ändern?

Führungkräfteauswahl

Bei der Aus­wahl der Füh­rungs­kräf­te soll­te die Sozi­al­kom­pe­tenz die ent­schei­den­de Rol­le spie­len. Wei­te­re Kern­merk­ma­le sind: gute Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, gute Auf­fas­sungs­ga­be und Orga­ni­sa­ti­ons­ge­schick, offe­ner und ehr­li­cher Umgang mit den Mit­ar­bei­tern. Bestehen­de Füh­rungs­kräf­te mit Defi­zi­ten in die­sen Spar­ten soll­te gecoacht werden. 


Arbeitsmenge

Mit­ar­bei­ter kön­nen bei ver­mit­tel­tem Ver­ständ­nis auch mal über das nor­ma­le Maß hin­aus arbei­ten. Dabei gera­ten sie kurz­zei­tig in ein kör­per­li­ches und men­ta­les Defi­zit, was aber nach Redu­zie­rung der Arbeits­spit­ze wie­der schnell auf Nor­mal­zu­stand zurück­ge­führt wer­den kann. Nun kom­men fälsch­li­cher­wei­se vie­le Arbeit­ge­ber auf die Idee, es geht doch und belas­sen es bei der Arbeits­men­ge. Fol­ge­rich­tig wird Unzu­frie­den­heit, Über­be­las­tung und schluss­end­lich Krank­heit erzeugt. Ein auf die­se Art getäusch­tes Kli­en­tel wird nie wie­der bereit sein, mal über das Limit hin­aus zu arbei­ten. Man soll­te also immer dar­auf ach­ten, dass die Arbeits­men­ge im Durch­schnitt “mach­bar” bleibt. Gegen­seit­ger Respekt und Ver­tau­en bil­den dazu die Basis. Nur gesun­de und zufrie­de­ne Mit­ar­bei­ter sind lang­fris­tig für den Arbeit­ge­ber am Profitabelsten.


Arbeitsorganisation

Ver­än­de­rungs­pro­zes­se im Arbeits­le­ben sind wich­tig, müs­sen aber beglei­tet wer­den. Bis zum Errei­chen des Zie­les lau­fen im Men­schen 4 Pha­sen ab, die jeweils über­wun­den wer­den müs­sen, sonst lan­det man in einer Sack­gas­se. Das House of Chan­ge Modell nach Claes F. Jans­sen defi­niert die­se vier Pha­sen von emo­tio­na­len Zustän­den: Selbst­zu­frie­den­heit, Ableh­nung, Ver­wir­rung und Erneue­rung. Es ist ein hohes Maß an Kom­mu­ni­ka­ti­on not­wen­dig, um die Mit­ar­bei­ter beim Chan­ge-Manage­ment mit­zu­neh­men. Die Mühe lohnt sich aber. Jede Füh­rungs­kraft soll­te die­ses Modell von Jans­sen für sich ver­in­ner­li­chen, damit sie die Reak­ti­ons­wei­sen der Mit­ar­bei­ter ver­steht und ent­spre­chend rich­tig reagiert. Fal­sches Ver­hal­ten der Füh­rungs­kraft kann zu psy­chi­scher Belas­tung führen.


Wahrnehmung und Wertschätzung

Jede Füh­rungs­kraft soll­te oder muss sogar sei­ne Mit­ar­bei­ter ken­nen (Fähig­kei­ten, Schwä­chen, Umfeld, Wesens­ar­ten, etc.). Dann ver­steht er Reak­ti­ons­wei­sen und kann ent­spre­chend reagie­ren. Er muss zuhö­ren und sich bei für den Mit­ar­bei­ter wich­ti­gen Din­gen Zeit neh­men. Das ist nicht immer ein­fach und braucht oft auch Erfah­rung. Die Bereit­schaft dazu ist aber abso­lut ein­zu­for­dern. Wert­schät­zung soll­te ehr­lich, der Sache ange­passt und nicht auf­ge­setzt sein, sonst wird sie vom Mit­ar­bei­ter nicht ernst genom­men. Sie ist aber enorm wich­tig für die Zusammenarbeit.


Feedback — Kultur

Wie man an den Krank­heits­zah­len gut sehen kann haben die bis­he­ri­gen Metho­den nicht funk­tio­niert und ich habe eini­ge Grün­de dafür auf­ge­führt. Letzt­end­lich sind ja Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen, Work­shops und geziel­te Fra­ge­bo­gen­ak­tio­nen in geclus­ter­ten Berei­chen Model­le von Feed­back. Nach­teil dabei ist, dass die Pro­ble­me bei den Mit­ar­bei­tern nicht alle zur glei­chen Zeit auf­tre­ten und somit eine zeit­na­he Reak­ti­on durch die­se Ver­fah­ren, die ja nicht stän­dig statt­fin­den, nicht gewähr­leis­tet wird. Aus den bis­he­ri­gen Aus­füh­run­gen haben wir gelernt, dass die psy­chi­sche Belas­tung in hohem Maße von der indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­keits­struk­tur abhängt und somit eine gene­rel­le Anpas­sung des Arbeits­plat­zes in den über­wie­gen­den Fäl­len kei­nen Sinn macht. Ich bin daher ein Freund des dau­er­haft mög­li­chen Feed­backs. In kon­stan­ten Grup­pen ohne Vor­be­hal­te bei den Grup­pen­mit­glie­dern kann man das in der Grup­pe oder im Zwie­ge­spräch Mit­ar­bei­ter — Füh­rungs­kraft machen. Häu­fi­ger bestehen jedoch Vor­be­hal­te und da bie­tet sich ein Feed­back — Brief­kas­ten an, der an einer Stel­le auf­ge­hängt wird, wo der Mit­ar­bei­ter unge­se­hen ein Schrift­stück mit sei­nen Mit­te­lun­gen ein­wer­fen kann. Er kann sei­ne Iden­ti­tät preis­ge­ben oder es anonym ver­fas­sen. Die­ser Brief­kas­ten wird jeden Mor­gen durch eine befug­te Per­son geleert und der Inhalt dem Arbeit­ge­ber bzw. Füh­rungs­kraft vor­ge­legt. So kann sich  jeder Mit­ar­bei­ter zeit­nah mit­tei­len und auch zeit­nah mit Abhil­fe rech­nen. Ein­fa­cher ist es natür­lich, wenn man direkt mit­ein­an­der spre­chen kann, aber trotz­dem muss anonym mög­lich sein und auch bear­bei­tet werden.


Fazit

Wir haben fest­ge­stellt, dass 10 Jah­re nach Ein­füh­rung der ver­pflich­ten­den Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psy­chi­sche Belas­tung die metho­di­schen Ansät­ze nicht wirk­sam sind und zur Sen­kung des Kran­ken­stan­des mit einer psy­chi­schen Dia­gno­se bei­getra­gen haben. Nach inten­si­ver Recher­che habe ich kei­ne Quel­le gefun­den, wo man das so fest­ge­stellt hat und die Metho­dik anzwei­felt. Auch das staat­li­che Amt für Arbeits­schutz schaut bei sei­nen Kon­trol­len nur dar­auf, ob eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung durch­ge­führt und doku­men­tiert wur­de — also die §§ 5 und 6 des Arbeits­schutz­ge­set­zes erfüllt wer­den. Eine Vor­her / Nach­her — Betrach­tung inter­es­siert nicht. Dabei habe ich in mei­ner Dar­stel­lung her­aus­ge­ar­bei­tet, dass die Pro­ble­ma­tik sich über­wie­gend an der Per­sön­lich­keit ori­en­tiert und von deren Stru­tur abhängt und weni­ger den Arbeits­platz betrifft. Dar­über soll­te auch der Gesetz­ge­ber mal nach­den­ken und sei­ne Vor­ga­ben anpas­sen. Mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men mit über­schau­ba­rer Beschäf­tig­ten­zahl kann ich daher die oben beschrie­be­nen Ansät­ze nur empfehlen. 

Über den Autor

Dr. med. Klaus Merle

Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin

Sportmedizin / Reisemedizin / Chirotherapie..

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